1 Kapitel: alles Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll


Leben ist unperfekt, unvollkommen und letztendlich leidvoll. Alles Leben ist leidvoll: Geburt ist Leiden, Tod ist Leiden, Altern ist Leiden. Krankheit ist Leiden. Schmerzen sind Leiden. Wünsche, die man nicht bekommen kann, sind Leiden. Gesellschaft mit den Ungeliebten sind Leiden.

Unvollkommen ist das Leben daher, weil es zu Ende geht. Alles geht zu Ende, es gibt nichts, was bleibt.

Meine Feststellung: kein Leben will Leiden. Kein Lebewesen hat Lust auf Schmerzen. Kein Mensch hat Lust auf Trauer, Wut und Verzweiflung. Kein Mensch fühlt sich gerne einsam, kein Mensch hat es gern, unglücklich zu sein. Kurz, kein Lebewesen will leiden!

Ich bin mir sehr sicher, dass man behaupten kann, alle Menschen, alles Leben möchte glücklich sein. Der Mensch möchte in erster Linie glücklich sein. (häufig besteht der Traum, die Sehnsucht und die Hoffnung nach dem Paradies.)


Wenn also alle Menschen glücklich sein wollen, wieso gibt es dann soviel Hass, Zorn und Krieg auf der Welt? Wieso gibt es so viel Enttäuschung, so viel gelebtes Unglück, wenn doch alle nur glücklich sein wollen?  Wieso gibt es dann Trauer, Schmerz und Einsamkeit?

Weil wir gierig sind. Weil es uns dürstet.  Weil wir verlangen und begehren nach Vergnügen und Spaß. Genauso auch weil wir verlangen nach Nicht-Sein, Entsagung und Befreiung. Weil wir extrem sein wollen, einzigartig, herausragend und toll. Oder weil wir uns in Einsamkeit suhlen und Selbstmitleid weil wir die Gier nach all dem Vergnügen nicht bekommen können, so wie wir es uns vorstellen.

Ohne Ursache, keine Wirkung

Eine einfache physikalische Logik kann behilflich sein zu erkennen, dass also alles Leiden Ursachen hat. Diese Ursachen gilt es zu ermitteln. Es empfiehlt sich zu hinterfragen: die Frage, Warum?

Durch das Hinterfragen können die Ursachen ermittelt werden, die durch weiteres Hinterfragen beendet werden können. Das Auslöschen bzw. Beenden der Ursachen, beendet das Leiden.

Kurzgefasst, Buddha sagt: „.. es ist durch Nichtverwirklichen, durch Nichtdurchdringen der vier edlen Wahrheiten, dass der lange Kurs von Geburt und Tod weitergetragen und durchlebt wurde, von mir, wie auch von Euch. Was sind diese vier?

1.       Das ist die edle Wahrheit über das Leiden

2.       Die edle Wahrheit über die Entstehung von Leiden.

3.       Die edle Wahrheit über die Beendigung von Leiden.

4.       Und die edle Wahrheit über den Pfad der Ausübung, der zur Beendigung des Leidens führt.