Die Missbrauchte demokratische Rechtsstaatlichkeit.


Dass was gerade in der Türkei abgeht macht keinen Sinn, sondern erzeugt nur Leiden. Auf allen Seiten. Verursacht durch den äußerst zweifelhaften Gesundheitszustand eines Egoisten, der sich aufwertet an den Anhaftungen von Macht und Reichtum. Manisch, egomanisch ist ein Mensch, der ohne jede Weitsicht Größenwahn beansprucht. Größenwahn der nur aus einem reduzierten, kleinen Geist entstehen kann. Das ist die Eigenschaft solcher, wo ein trügerisches Selbstbild natürliche Erkenntnisse verhindert.

Dieser Größenwahn bekommt erst dann eine deutlich gefährliche Dimension, wenn er aus irgendwelchen Gründen erfolgreich ist. Dieser Erfolg verursacht weitere mächtige Illusionen, Annahmen zu verstärken, völlig ohne Zweifel vom „Auftrag Gottes“ auszugehen. Die schon immer sehr leidfördernden, sehr extremen und übertriebenen Emotionen werden jetzt „göttlich“ gefördert. Es entsteht eine Mentalität von Extremismus. Das extrem übertriebene Vergnügen am Glauben, am Stolz und das Gefühl von „göttlich mächtig“ kann nur solche Geister beeindrucken, die zu bequem zu sein scheinen, sich aufklären zu lassen.

Aufklärung, so wie wir sie in Europa kennen hat ein klares Ziel: extreme Gefühle und religiöse Interpretationen zu verhindern. Es galt zu verhindern, weiteres Leiden zu erzeugen. Leiden, welche durch zahlreiche Kriege und einer Menge Missverständnisse europäische Geschichte gestaltet haben. Es beschämt mich bis heute, dass Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Deutschland erst aus der Erfahrung der grausamsten aller Verbrechen entstanden sind: der industriellen Vernichtung von Millionen von Menschen.


Rechtstaatlichkeit und Demokratie ist daher gerade für die Menschen in Deutschland, ein bedeutendes und sensibles Element. Zumindest sollte es dass sein - eine Tatsache die im Vergleich zur Türkei auch vertrauensvoll angenommen werden kann.

So gesehen ist es völlig uninteressant, welche Art von „Verschwörung“ sich hinter dem Putschversuch hochstapeln mag, es ist und bleibt ein Produkt unsensibler, unaufgeklärter und unwissender Wünsche. Wünsche die nur den Sinn von Stolz und Macht befriedigen, die kaum in Gelassenheit so genossen werden können. Die Menschen in der Türkei tun sich auf Dauer keinen Gefallen, wenn sie sich an übertriebenen Gesinnungen ergötzen, die einer längst gelebten Vergangenheit angehören und nur eine Erfahrung hinterlassen haben: LEIDEN!

Ich sollte zugeben, dass ich über die Hoffnung ein wenig beschämt gewesen bin, der Putsch könnte erfolgreich sein. Schließlich hergestellt von Streitkräften unter der Bedrohung von Leben. Leidvoll. Allerdings in Abwägung der zu erwartenden Zukunft eher sinnvoll, Despoten am Ausführen ihrer immer stärkeren Gelüste zu hindern. Die Türkei in einer ehrwürdig rechtstaatlich demokratischen Gründlichkeit zu erwarten, macht für die in dieser Welt gegebenen Entwicklung einen erfreulichen Sinn. Sehr viele Probleme können erst gar nicht entstehen.

Es ist eine irrtümliche Annahme, den Putschisten Anti-Demokratisches Verhalten vorzuwerfen. Im Anbetracht gegebener Erfahrung wäre das genau die Zivilcourage für Rechtstaat und Demokratie die wir uns wünschen würden, wenn ein despotischer Diktator „Säuberungen“ vorzunehmen weiß. Soweit ich mich erinnere ist ein gewisser Adolf Nazi einst auch durch demokratische Wahlen an die Ausführung seiner Verbrechen gekommen – mal darüber so nachgedacht wirkt unsere Bundesregierung ähnlich eingeschüchtert, wie wenn irgendein Bülent den Kauder anblafft: „Was guggst Du?!“

 Punktum: Alles Extreme – und es ist völlig gleich, welche Dinge Extremismus fördern – verursacht auch extremes Leid. Um so extremer geliebt wird, um so extremer wird gehasst, wenn die Liebe nicht den Erwartungen entspricht. Im Kleinen, als auch im Großen. Daher möge die Türkei endlich Frieden finden und Teil werden des wachsenden Welt-Dorfes Erde auf dem nun fast 7Mrd. Bekloppte nach dem „Sinn des Lebens“ fahnden.